

Am Feuer stand ein grosser Topf und darin köchelten Bohnen und Fleisch langsam und duftend dahin. Ein Junge kniete daneben am Boden und schob den Reibstein der Mühle hin und her. Langsam rieselte Mehl auf das darunter liegende Tuch. Doch plötzlich sprang der fleissige Bub auf und rannte zum Ufer. Sein Vater kam eben mit dem Einbaum von einer Reise zurück. Er hatte an einem Fluss in der Nähe, zähen grüne Steine für neue Beile gesucht. Nachdem der Rückkehrer etwas getrunken hatte, klopfte er für seinen Sohn das versprochene Beil sorgfältig zurecht. Später musste die geplante Beilklinge in langer Arbeit auf einem Sandstein mit Wasser geschliffen werden. Den Holm aus Eschenholz hatte der Vater schon vor einigen Tagen mit dem Dechsel zugehauen. Sein Sohn übernahm dann die Feinarbeit, indem er die Oberfläche mit einer Silexklinge fein schabte. Endlich konnten die beiden jetzt die fertige Klinge in den Holm einpassen. Der Sohn freute sich sehr, nun endlich ein eigenes Steinbeil zu besitzen.
Objekt:
Jungsteinzeitliche Steinbeile aus Zuger Pfahlbaudörfern, ca. 5000 Jahre alt
Ort:
Museum für Urgeschichte(n), Zug
TiMer*in:
Hannes Weiss
über uns:
Hannes und Michael, beide zeitlos
Wir wollten eigentlich Goldwaschen gehen - das schlechte Wetter führte uns ins Museum.
2024
www.tim-tam.ch / www.mi-s.ch | «Ein eigenes Steinbeil», Museum für Urgeschichte(n), Zug