Mein Vater war in Gefangenschaft in Sibirien. Eineinhalb Jahre wussten wir nicht, lebt er noch oder nicht. Dann, im 46 kam eine Karte mit fünf Worten. Ich war sieben. Wir zogen in ein Bauerndorf in ein Zimmer über einem Kuhstall. Meine Eltern waren sehr froh, weil sie fanden, im Winter ist es dann wärmer. Es hatte keine Heizung. Und dann kam diese Weihnachtszeit und es gab ein Krippenspiel. Ich war die Maria. Ich kriegte eine Puppe in den Arm, ich hatte selber keine, wir haben nur zwei Koffer mitgenommen, da hatte keine Puppe Platz. Ich kriegte das wunderschöne Dirndltuch meiner Mutter umgehängt und fühlte mich ganz verbunden und identifizierte mich sehr mit der Rolle. Da hat’s viel Ähnlichkeit mit effektiv dem Stall und Maria. Bis heute habe ich eine besondere Beziehung zu Maria, diese Geschichte ist gegenwärtig, sie lebt. Meine Enkelin hat sie aufgeführt, mir ist jede Stelle bekannt, bewusst, ohne, dass ich mich drum bemühe, es kommt wieder hoch, ganz schön, und ich hab jetzt Ruhe…
Objekt: Holzstall gebaut und gestaltet von Adolf Holzmann, 1890-1968