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Wunderbar


Mit Genugtuung betrachtete der Bergmeister die grossen Felsen. Majestätisch sahen seine Gesteinskreationen aus: imposant, unbezwingbar, unvergänglich. In den langen Wintern und an trüben Regentagen wirkten sie auf die wenigen Menschen in Susch allerdings kalt, grau und abweisend. Sie vermissten die Blüten des Sommers, den gelben Enzian, die Trollblume, den Huflattich. Sie sehnten sich nach Rotklee und brennenden Feuerlilien. Wie deren Farben während des ganzen Jahres sichtbar machen? Nach langem Nachdenken endlich die Idee: pflanzliche Tinkturen in natürlichen Farbtönen herstellen! Wie der Bergmeister diese schliesslich in sein Gestein hat einfliessen lassen, bleibt sein Geheimnis. Wer den Blick ins Innere wendet, wird ein überraschendes Farbspektrum entdecken. Das wussten die kontemplativen Klosterleute bereits vor langer Zeit. Wer seine Stimmung lieber in geselliger Manier aufzuheitern sucht, findet in der ehemaligen Bieraria ein goldgelbes Getränk, das Durst und Sehnsucht stillt.

 

 

Objekt:
Felsinnenansicht - «Bergmeisterwerk» https://www.muzeumsusch.ch/

 

Ort:
Muzeum, Susch

 

TiMer*in:
Silvia Saxer

 

über uns:
Jan Steffen

 

An der Rezeption des Muzeums Susch kennengelernt

 

2025

 

www.tim-tam.ch / www.mi-s.ch | Wunderbar, Muzeum, Susch