

In meiner Heimat wurden alle Kommoden, Regale und sogar der Fernseher mit schönen gestickten Tüchern zugedeckt. Die Handarbeiten der Frauen und Mädchen an jeder Stelle des Haushalts ausgestellt. Die Tradition sagte, dass die Aussteuer für die Hochzeit selbst herstellt und bestickt werden muss. Der Fernseher lebte erst am Abend auf, befreit von der Schönheit der Stickerei. Erst musste dafür ein Stabilisator eingesteckt werden, dann der Knopf am Apparat gedrückt werden. Vater war es entweder zu laut oder zu leise und wir Kinder mussten abwechselnd zum Apparat springen um die Lautstärke einzustellen. Häufig sogar nach draussen rennen, um die Antenne zu richten, weil das Bild flimmerte. Der Vater kommandierte, mehr nach links oder rechts, wir drei Geschwister wechselten uns ab und hatten unseren Spass mit der Antenne.
Objekt:
Felix Vallotton: Nature
TiMer*in:
Sabine Meisel
über uns:
Safeta
2025
www.tim-tam.ch / www.mi-s.ch | Verschleierte Kommoden, Villa Flora, Winterthur