

Ich habe einen Schädel. Nicht im Regal – in meinem Kopf. Aber ich denke mir oft, er sei ein eigenständiger Mieter. Er beschwert sich nie, ist immer dabei, und anders als ich hat er schon alles gesehen – Feuer, Wasser, ein paar Kupferrohre. Ihm ist es egal. Wenn ich Bourouissas Arbeiten sehe, bewundere ich, wie er anderen eine Stimme gibt. Ich würde meinem Schädel das Mikrofon reichen. Er würde sagen: «Denk nicht so viel.» Das ist lustig, denn er ist mein Kopf. Wir sind nicht in Blida, nicht in Paris, nicht in Osnabrück. Wir sind dort, wo der Kies unter den Füssen knirscht, auch wenn man stillsteht. Meine Geschichte handelt nicht von Kolonialismus oder KI-Tanz. Sie handelt davon, dass in uns ganze Städte wohnen – und manchmal auch Friedhöfe. Und wenn schon tanzen, dann so, dass der Schädel mitsummt. Im Ernst: Er ist sehr fotogen.
Oggetto:
Luogo:
Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich
Volontari* TaM:
Alla Ostapchuk
su di noi:
Sarah
2026
www.tim-tam.ch / www.mi-s.ch | Geschichte, Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich