Es ist schon eine Überraschung, dass Alicia Kwade ihre Skulptur „Selbstporträt als
Geist“ in den heiligen Hallen des Museums, dem Lehmbruck-Flügel, einem Bereich, wo ansonsten nur Werke von Wilhelm Lehmbruck ausgestellt werden, präsentieren
darf. Die Künstlerin stand selbst Modell für diesen sehr schönen Bronzeguss. Anders als bei den Werken von Lehmbruck und seinen Zeitgenossen ist bei
dieser Skulptur keine Körperlichkeit zu sehen, alles ist verhüllt.
Schon dieser Gegensatz weckte unser Interesse. Ging es der Künstlerin darum, ihren Körper den Blicken der Besucher zu entziehen, ihn zu schützen? Ist es eine Mahnung an unsere „öffentliche Welt“, die häufig keine Grenzen mehr zu kennen scheint ? Verbirgt sich unter dem Tuch ein Geheimnis? Sind mentale Kräfte spürbar? Oder handelt es sich um ein simples Versteckspiel? Ein interessantes Gespräch, geprägt durch unsere eigenen Biografien, entwickelte sich.
Objet : Alicja Kwade,
Selbstporträt als Geist
2019,
Patinierte Bronze,
164 x 112,5 x 53,5 cm,
Courtesy die Künstlerin und Johann König, Berlin.
Foto: Roman März