Goldau, 1783: Der junge Bäckergehilfe Jost ist verliebt in Lisi aus der Region. Da er weder lesen noch schreiben kann, bittet er den Pfarrer um Hilfe für einen Liebesbrief.
Pfarrer Ambrosius stimmt zu – gegen einen frischen Laib Brot und ein ehrliches Vaterunser. Doch beim Diktat mischt er sich ein:
„Schreib: Deine Augen leuchten wie das Licht des Herrn.“
„Ich wollte aber schreiben, dass sie so schön sind wie frische Alpenmilch…“
„Papperlapapp. Es soll ihre Seele rühren, nicht ihren Magen!“
Als der Brief endlich fertig ist, erfährt Jost: Die Postgebühr nach Brunnen entspricht einem ganzen Tageslohn.
Er zögert.
Der Pfarrer seufzt, zückt seinen Geldbeutel und murmelt:
„Die Liebe ist’s wert. Aber bring sie nächstes Mal mit zur Messe.“
Object: Ausschnitt aus der Videodokumentation zur Postgeschichte, 2024