

1823 Es ist im tiefen Winter. Ich bin Magd im Hauhalt Lusser und habe mir endlich nach langem Sparen und sehnsüchtigem Warten meinen grossen Tram erfüllt: Ein paar Schlittschuhe! Dick eingepackt in Mantel und Schal drehe ich vor der Arbeit glückselig ein paar Kreise auf dem gefrorenen Weiher. Es knirscht, es pfeift, es knackt. Mit rot glühenden Backen vergesse ich die Zeit.Erst meine steifen Finger gemahnen mich ins Jetzt. Die Hausherrin steht schon in der offenen Tür. Ich spute mich, fluggs streife ich die Kleider ab - Oh weh! Nur ein Schuh ist angeschnallt, wo ist der andere? Keine Zeit zum Studieren, suchen, nur ein Kloss im Hals und Weh im Herzen bis zum Abend: Ich hab‘ mein schönstes Gut verloren. Ich nehme die Abkürzung, doch - oh Schreck, das Eis ist gebrochen, Wasser schimmert auf dem Weiher. Erst Jahre später erfahre ich: Ein Unbekannter sah mich, raffte den Schlittschuh auf und hastete meiner Spur nach. Das Eis brach. Mit letzter Kraft schleuderte der Unglückliche den Fund ans Ufer - und ertrank dabei. Schaurig!
Object:
Schlittschuhe aus Holz, Metallkufen, Lederriemen, Gravur, ca 1900, HMAS Sammlung
Lieu:
Museum Allschwil, Allschwil
Tgi che nus essan:
Nadja, Birgit, Daniel
Erstes gemeinsames TiMen im Museum
2025
www.tim-tam.ch / www.mi-s.ch | Skurriles in Allschwil, Museum Allschwil, Allschwil