Der Boden, mit einer feinen Schicht aus Phosphor bedeckt, speicherte jedes bisschen Licht, jeden Schritt, jeden Atemzug. Wenn niemand da war, glomm er nur schwach, wie eine Erinnerung. Doch sobald jemand eintrat, leuchtete er auf, als würde er erkennen, dass er gebraucht wurde.
Über ihm bogen sich Leuchtröhren wie langsam wachsende Pflanzen. Sie waren mit Edelgasen gefüllt – Neon, Argon, ein Hauch Krypton – und gaben ein kaltes, grünes Licht ab, das nie flackerte, sondern pulsierte, als hätte es einen eigenen Rhythmus. Man sagte, die Röhren reagierten auf Gedanken. Wer zu lange darunter stand, vergaß manchmal, was er hatte denken wollen.
Einmal, so ging das Gerücht, blieb jemand über Nacht. Am Morgen war das Gewächshaus heller als je zuvor. Der Phosphor glühte, die Röhren waren stärker gebogen, fast wie in Bewegung erstarrt. Von der Person fand man nichts – außer einem warmen Lichtfleck in der Mitte des Raums, der noch Tage später nachleuchtete.
Object: phosphoros monoculture in the venussphere, 2025, Glasgewächshaus, phosphorbeschichtete Edelgasröhren, Phosphatdünger, Ultraschall- Zerstäuber, Duftstoff 310 × 532 × 305 cm